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Die Nullzinspolitik der Zentralbanken treiben uns in das nächste Desaster

Exzessen an den Immobilien- und Kreditmärkte kennzeichnen das Ende eines Wirtschaftszyklusses.

Jedes gesunde System, ob organisch, anorganisch oder auch ein sozial-ökonomisches Gebilde, benötigt einen Weg, um Fehler zu korrigieren und unnötigen Ballast abzuwerfen. Die Natur kennt das Aussterben, in der Ökonomie finden systematische Revisionen im Auftretetn von Verlusten, Bankrotten und Liquidationen statt.

Interventionen in einen solchen natürlichen Prozess verschieben den natürlichen Vorgang des Abbaus von Exzessen lediglich in die Zukunft und akkumulieren Risiken, die  einen massiven Kollaps zur Folge hat.

Die politisch aktiven Kapitalisten wollen die Früchte des Erfolges genießen, ohne den Schmerz des Versagens tragen zu müssen. Aber auch der Staat ist gegenüber dem ökonomischen Versagen intoleranter geworden.

Massive staatliche Interventionen sind das Resultat. Als Beispiel dienen hierzu: die Einmischung in die Kreditmärkte, der Aufruf an die Hypotheken vergebenden Banken wie Freddie Mac und Fannie Mae zur Vergabe von Wohneigentumskrediten an Bürgern, die zu ihrer Tilgung ökonomisch untauglich sind, sowie das Aufspannen von verschiedenen Sicherheitsnetzen für Investoren, indem eigentlich bankrotte Banken mit Gemeinschaftsgeld gerettet werden. Mit der Verabreichung einer noch höheren Dosis staatlicher Interventionen werden die Risiken aus dem System nicht entfernt, sondern das System nur noch instabiler gemacht. Der Weg in die nächste Krise wird hiermit geebnet.

Die 100 Milliarden Euro, die bisher allein in Deutschland die Bankenrettung gekostet hat, hätte eine Good Bank in staatlicher Hand mit 100 Milliarden Euro Eigenkapital, ein Kreditvergabepotenzial von einer Billion Euro ermöglicht.

Doch die Zentralbanken gewähren den Banken nahezu kostenloses Geld mit dem sie weiter spekulieren können, wie bisher, ohne es an die Realwirtschaft weiter zu vergeben. Sollten die Banken sich wieder verspekulieren,  werden die Zentralbanken oder der Staat erneut intervenieren und  die entstehende Rechnung an den Steuerzahler weiter gereicht.

Die Null-Zins-Politik der Zentralbanken kommt nicht zu den Firmen. Die Geschäftsbanken greifen aber danach, weil auf sie zu verzichten, bedeutet ihre Konkurrenzfähigkeit zu gefährden. Das Geld stecken die Banken und ihre Investmentleute in die Preise aller Vermögensklassen auf dem Finanzmarkt. Damit wird die nächste Blase befeuert, die naturgemäß eines Tages platzen wird.  Die Preise fallen und die Banken bleiben wieder auf wertlos gewordene Wetten sitzen.

Dieses Modell ist kaputt und muss abgeschafft werden. Wenn nicht, werden wir eine Reihe von schweren Krisen erleben, auf die noch größere staatliche Interventionen und mehr Blasen folgen werden.

Untersuchungen von aktiv verwalteten Vermögen, kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass es mehr als 80 Prozent der Fonds nicht gelingt, ihren Vergleichsindex zu schlagen. Ein Beispiel im Bereich Aktienfonds: 84 Prozent der Fonds mit Vergleichsindex S&P 500 (breit angelegter US-Aktienindex) haben in den letzten 10 Jahren schlechter abgeschnitten als der Index. In den letzten 20 Jahren waren es sogar 88 Prozent (Quelle: Burton Malkiel, Princeton University). Im Bereich Anleihefonds schnitten in den letzten fünf Jahren 95 Prozent aller 225 in Deutschland zugelassenen Anleihefonds (mittlere bis langfristige westeuropäische Staatsanleihen) schlechter ab als der Index (Quelle: bvi.de, zitiert in ETF, Ausgabe 3/2009).

Charttechnischer Ausblick:

Der Anstieg über die Nackenlinie der SKS stellt nur einen Pullback dar. Mit dem heutigen Tag dürfte bereits wieder eine Verkaufswelle gen 34,67 – 32,97 Euro starten.

Sollte die Aktie aber überraschend über 48 Euro per Tagesschlusskurs ansteigen, wäre eine Rally bis ca. 50 Euro oder gar 53 Euro möglich. Die blau markierten Linien stellen den favorisierten Kursverlauf dar.

Kursverlauf vom 01.05.2009 bis 03.02.2010 (log. Kerzendarstellung / 1 Kerze = 1 Tag)

Deutsche Bank-Tageschart; bärische Prognose

Indischer Aktienindex SENSEX-Langfristchart

Indischer Aktienindex-Wochenchart

Der US KBW Bank Index in der bärischen und bevorzugten Variante

DOW Jones im pessimistischen Szenario

DOW Jones mit pessimistischer Variante

Die Investition eines Teils des Vermögens in physische Edelmetalle und in Aktien von Goldproduzenten ist  – insbesondere in der heutigen Zeit – ein Muss. Lohnt sich jetzt noch der Einstieg, um in Edelmetalle zu investieren?

An der Börse wird die Masse aus ihren Investments immer dann herausgedrängt, bevor ein großer Anstieg beginnt. Dass dies ausgerechnet aktuell beim Gold anders sein sollte, ist schwer vorstellbar. Investment-Guru Marc Faber etwa hat sich zu diesem Thema kürzlich geäußert. Er warnt vor einem Einbruch beim Gold in  den Bereich von 900 US-Dollar. Die große Frage, wann es soweit sein wird, kann niemand beantworten. Eines muss sich der Anleger klar machen: Sollten die weltweiten Aktienmärkte den Weg gegen Süden nehmen, dann wird dies an den Edelmetallen nicht spurlos vorübergehen. Börsenanfänger unterliegen gerne der Illusion, dass fundamental positiv zu bewertende Investitionsobjekte – hier die Krisenmetalle – sich einer allgemeinen Korrektur entziehen können, bei der sie auch mal 50 % ihres Wertes einbüßen.

Die Relation von Angebot und Nachfrage

Die Angebotsseite: Die Goldförderung in den Mienen ist trotz des starken Goldpreisanstiegs seit dem Jahr 2000 von 2.620 Tonnen auf nur noch 2.416 Tonnen im Jahr 2008 zurückgegangen. Auch die Verkäufe durch Notenbanken – bisher immer eine willkommene Entlastung für den Goldmarkt – sind stark gefallen. Verkauften die Notenbanken 2007 noch 484 Tonnen Gold, sind es 2008 nur noch 246 Tonnen gewesen. Im vergangenen Jahr hat der IWF dem umstrittenen Verkauf von einem Achtel seiner Goldbestände zugestimmt. „Strikt limitierte 403.3 Tonnen“ solle an den Markt gegeben werden, und zwar so, dass dieser „nicht gestört“ wird. Käufer, die das Gold haben wollen, müssen dem IWF Preise zahlen, die gerade am Markt gehandelt werden.

Die Käuferseite: Indien hat im November 2009 200 Tonnen IWF-Gold für 1.045 Dollar pro Unze gekauft und damit einen Sprung im Goldpreis auf ein neues Rekordhoch bei 1.227,50 Dollar ausgelöst. Die große Frage ist nun, ob China gewillt ist, das restliche Gold aus dem IWF-Verkaufsprogramm, insgesamt 203 Tonnen, zu 1.100 bis 1.150 Dollar abzunehmen. Die Nachricht über einen Kauf der Chinesen würde den Goldpreis sicherlich kräftig ansteigen lassen.

Die Regierung in China hat sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten zehn Jahren 10.000 Tonnen Gold in seine Währungsreserven zu legen. Chinas Goldanteil an den Devisenreserven mit schätzungsweise 1.8% liegt weit unter dem Durchschnitt westlicher Nationen (Deutschland z.B. hält 52.4% der Währungsreserven in Gold). Dafür horten die chinesischen Währungshüter 2,2 Billionen Dollar, dessen Wertverfall unaufhaltsam voranschreitet. Doch der frühere Chef der chinesischen Behörde für Devisenverkehr, Wie Wenhu, ist besorgt darum, einen zu hohen Preis zu zahlen. Er hält 800 Dollar pro Unze für ein moderates Kaufniveau. Die Zentralbanken Russlands, Brasiliens und Sri Lankas haben ebenfalls Interesse an dem IWF-Gold angemeldet.

Gold ist durch das chinesische, aber auch durch das internationale Kaufinteresse der Zentralbanken auf der Unterseite gut unterstützt. Wie außerordentlich groß das Interesse von China und Indien an substanziellen Goldkäufen ist, macht auch eine Meldung der indischen Finanzzeitung Financial Chronicle vom 15. April 2009 deutlich. Dort wird von einem chinesisch-indischen Entwurf berichtet, der  vorschlägt, dass der Internationale Währungsfonds seinen gesamten Goldschatz von 3.217 Tonnen verkaufen solle. Auch russische Regierungsvertreter haben schon mehrfach unterstrichen, dass Gold Teil eines aus verschiedenen Währungen  zusammengesetzten Weltgeldes sein muss. Zuletzt verliehen sie  dieser Forderung im Juni auf dem Schwellenland-Gipfel im russischen Jekaterinenburg Nachdruck.

Wettkampf um das Gold

Im weltweiten Durchschnitt halten die Notenbanken 11 % ihrer Währungsreserven in Gold. Würden nur die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) den Goldanteil an ihren Währungsreserven dem weltweiten Durchschnitt anpassen, müssten sie sich fast 8.000 Tonnen Gold besorgen. Diese Menge von 8.000 Tonnen entspricht etwa 3,3 Jahresproduktionen der Goldminen. Nicht nur China bereitet sich also auf mögliche Umwälzungen im Weltwährungssystem vor. So passt es im Bild, dass Die Bank of China jüngst vorgeschlagen hat, den US-Dollar als Leitwährung abzulösen und ihn durch eine neue internationale Korbwährung zu ersetzen.

Noch vor ein paar Jahren stand der Verkauf von Gold und Silber in China unter strikter Kontrolle. Dies scheint sich jetzt komplett geändert zu haben. China empfiehlt 1,3 Milliarden Chinesen den Kauf von
Edelmetallen. Der Thunder Road Report berichtete vor Kurzem, dass der größte chinesische Staatssender CCTV eine Nachrichtensendung ausgestrahlt hat, in der den Zuschauern gezeigt werde, wie einfach es ist, in Edelmetalle zu investieren. Weiter berichtet der Report, dass alle Banken in China in Zukunft Gold- und Silberbarren in vier verschiedenen Größen anbieten werden.

LMBA wegen Auslieferungsforderungen in Not?

Eine weitere Entwicklung macht auf sich aufmerksam. Anfang September 2009 wurde gemeldet, dass Hongkong all seine physischen Goldbestände im Wert von 63 Millionen US-Dollar aus London abzieht und in ein neues Hochsicherheits-Depot am Hongkonger Flughafen transportieren lässt. Das Depot steht in Zukunft auch Regierungsinstitutionen anderer Länder zur Verfügung. Dadurch soll es zu einer regelrechten Panik an der LBMA – die “London Bullion Market Association” ist der weltweit größte Handelsplatz für physisches Gold – gekommen sein, als Marktteilnehmer in erheblichem Umfang die Auslieferung ihres gekauften Goldes verlangten und sogar großzügige Geldbeträge (die Rede ist von einer Prämie von bis zu 25 % über dem damaligen Goldpreis) als Ersatz ablehnten. Das Gold soll letztlich nur durch eine Rettungsaktion von Zentralbanken, in Form eines Leasinggeschäfts, geliefert worden sein.

Paul Mylchreest, ein erfahrener Rohstoff-Analyst und Autor des Thunder Road Report, und Adrian Douglas, Goldmarktanalyst und Vorstandsmitglied beim Gold Anti-Trust Action Committee, deren Ziel es ist, die illegale Goldpreismanipulation zu bekämpfen, nehmen an, dass die in der LBMA zusammengeschlossenen so genannten Bullion-Banken jahrelang ein Vielfaches mehr an Gold, verkauft als eigentlich in deren Safes vorhanden ist, verkauft haben müssen.

Die LBMA ist ein Zusammenschluss von Banken, die berechtigt sind, im Auftrag von Kunden Gold zu kaufen und zu verkaufen. Der Handel findet direkt zwischen den Banken statt. Haben Kunden einmal Gold gekauft, lassen sie es aus Kostengründen oder weil sie es in absehbarer Zeit wieder verkaufen wollen, meist bei den Banken liegen. Fast all dieses bei den Banken liegende Gold soll so genanntes “nicht  zugeteiltes” Gold sein. Das heißt, das Gold aller Kunden einer Bank liegt in einem gemeinsamen Safe und man kann nicht sagen, welcher Barren welchem Kunden gehört. Das nicht zugeteilte Gold ist lediglich eine finanzielle Verbindlichkeit für die Bank. Es ist keine Verbindlichkeit, die in Gold ausgezahlt werden muss, es sei denn, der Kunde wünscht ausdrücklich die physische Auslieferung.

Nach den aufwendigen Berechnungen der beiden Experten Paul Mylchreest und Adrian Douglas sollen die Kunden der Bullion-Banken zwischen 64.000 und 150.000 Tonnen Gold besitzen. Demgegenüber sollen diese Banken jedoch allerhöchstens 15.000 Tonnen an Goldbarren in ihren Safes liegen haben.

Geldentwertung

Der Euro hat seit dem Start der Europäischen Währungsunion 20 Prozent an Wert verloren. Das berichtet die BILD-Zeitung (Samstagausgabe) unter Berufung auf eine Berechnung des Allianz-Konzerns. Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise sagte der Zeitung: „Im Vergleich mit anderen Ländern ist der Kaufkraftverlust in Deutschland mit am geringsten. Während ein Euro in Deutschland noch eine Kaufkraft von fast 84 Cent hat, sind es in Frankreich 82 Cent, in Italien 78 Cent und in Spanien 73 Cent.“ Der US-Dollar verlor seit 1999 sogar 24 Prozent an Wert und ist im Kaufkraftvergleich heute nur noch 76 US-Cent wert. Die voranschreitende Geldentwertung sprich für Investitionen in Sachwerten zu denen auch Edelmetalle gehören.

ETF-Nachfrage

Die größte Gefahr liegt beim Goldpreis darin, dass die Investmentnachfrage abflaut und keine so starke Stütze mehr für den Preis darstellt, wie noch 2009. Seit Jahresbeginn flossen bereits 20 Tonnen aus dem SPDR Gold Trust, dem in New York gelisteten und weltweit größten Gold-ETF. Dennoch sieht hier der langfristige Trend gut aus.

Nicht nur die Notenbanken der neuen Wirtschaftsmächte treten als massive Käufer des gelben Edelmetalls auf. Aus Angst vor einer drohenden Inflationsära wächst auch die Zahl der Privatanleger und institutionellen Investoren, die Gold als Schutz ansehen. Mit einem aktuelle Stand  bei 1.385,5 Tonnen gibt es nur vier Länder auf der Erde, die noch mehr Gold besitzen  Diese Menge, unterstreicht die bisherige Nachfrage wenn man bedenkt, dass Gold-ETFs erst seit 2004 existieren.

Eine zunehmende Inflationsdebatte, die Berichterstattung über Rekordschulden, Massenarbeitslosigkeit und Bankenpleiten werden den privaten Goldkauf auch in den kommenden Monaten und Jahren noch weiter unterstützen.

Gold-Prognose

Fazit: Gold lohnt für eine langfristige Investition auf Dauer von 3  bis 5 Jahre. Doch noch ist es nicht soweit. Da Gold zu Dollar eine negative Korrelation aufweist und für die Dauer von mehreren Monaten von einem steigenden Dollar auszugehen ist, ist zu erwarten dass der Goldpreis eine längere Korrekturphase vor sich hat. Es sei denn, es treten deutliche Zeichen einer Entkoppelung der gegenläufigen Korrelation auf. Anleger, die bei 800-900 $ physisches Gold gekauft haben, können investiert bleiben. Ein jetziger Kauf ist unter Zugrundelegung des gegenwärtigen Kursverlaufes  noch zu riskant.

DAX-Chartanalyse I 2010

Charttechnischer Ausblick:

Der Sell Off vergangner Woche stellt den ersten Impuls der begonnenen Korrektur dar. Dies ist eine notwendige Reaktion auf die mehrmonatige Aufwärtsbewegung der Monate März 2009 bis Januar 2010 (von ~3.600 auf ~6.100).

Der Dax machte bei 6.094 an im September genannter Marke im Alternativszenario halt. Bei 6.150 wartete ein massiver Kreuzwiderstand auf den Dax. Unterwegs dahin, auch wenn dem Dax der Elan ausging, schloss er jedoch das GAP-LOW vom September 2009.

Korrekturziele sind 5.400, 5.200 und im Fall des bevorzugten bärischen Szenarios 4.800. Die Korrekturphase kann bis August andauern, wenn man der sehr ähnlichen Vorlage der Jahre 2003/ 2004 folgt. Daran ändern würde sich erst bei einem Bruch des Trendkanals (siehe im Bild unten die eingezeichnete Trendlinie) von März 2009 bis Mitte Januar 2010 auf Wochenbasis. Solange der Dax über 5.200 notiert, handelt es sich um eine ganz normale Korrektur. Ein Unterschreiten der 5.200er Marke hingegen würde das übergeordnete Chartbild einer großen Bodenbildung seit Oktober 2008 schlagartig verschlechtern.

Es wird zu technischen Reaktion kommen, die bis 5.700 Punkte verlaufen können, maximal bis 5.900-5.920 Punkte. Kurserholungen können genutzt werden um den DAX zu hedgen. Ein Stop/Los ist bei ca. 5.950 anzusetzen. Hierfür empfehle ich ein Open-End / Hebel-Put-Zertifikat des Emitenten LT ABN Amro / RBS mit einem Knock Out-Level von 6.390,00 Punkten.

DAX Tageschart

DAX-Tageschart

Opium für die Börse!

Es ist an der Zeit das seit März dieses Jahres im Aufschwung befindliche Börsenbarometer unter die Lupe zu nehmen.

Standortbestimmung

Von seinem Tiefstand bei 3.600 Punkten konnte sich der DAX  innerhalb von fünf Monaten auf 5.575 Punkten erholen.  Man gewinnt den Eindruck, dass bei vielen Börsenteilnehmern der Optimismus zurück gekehrt ist. Derweil bei einigen eine Sicherung durchgebrannt sein muss, worauf der steile Aufwärtstrend der letzten Wochen verweist.

Viele Anleger an der Börse handeln nach dem Trendfolgemodell, ob Fondmanager, Bankanalysten oder Kleinanleger. So ist es nicht verwunderlich, dass die Überwindung des 200-Tage gleitenden Durchschnittes bei diesem Bullenritt unterstützend gewirkt hat. Nur nichts verpassen, das ist die Losung der Stunde nach den Katastrophenmonaten zuvor.

An den Fundamentaldaten sollte es nicht liegen. Die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind in den USA im Juni um 2,5 Prozent zurückgegangen. Analysten haben ein Minus von 0,5 Prozent erwartet. Nach einer kurzen Konsolidierung beginnt das Verbrauchervertrauen in den USA wieder einzubrechen. Der durch das Conference Board ermittelte Wert rutschte von 49,3 auf 46.6 Punkte in den Keller. Die Zahl der Arbeitslosen in den USA steigt weiterhin. Dagegen ist die Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaft der Welt im zweiten Quartal „nur“ um 1,0 anstatt der erwarteten 1,5 Prozent gesunken. Einige haben übersehen, dass der Wert für das erste Quartal auf minus 6,4 anstatt der zuvor verkündeten minus 5,5 Prozent nach unten revidiert werden musste.

In Deutschland verkündet Siemens schwache Auftragseingänge, BASF bläst trübe Aussichten, MAN hat schrumpfende Gewinne zu vermelden, Daimler und Volkswagen machen deutlich, dass die Krise noch lange nicht ausgestanden ist. Wenn gelegentlich positive Nachrichten überraschen, dann muss jedem Anleger klar sein, dass diese im ambitionierten Kursniveau längst enthalten sind.

Stimmen

Nuriel Rubini – gehört zum Bärenlager unter den Ökonomen – erwartet eine U-förmige Erholung der globalen Wirtschaft mit einem schwachen bis unterdurchschnittlichem Wachstum für die nächsten Jahre. Gegen eine V-förmige Erholung der Weltwirtschaft spreche unter anderem die anziehende Arbeitslosigkeit sowie der Umstand, dass das Finanzsystem noch immer als schwer beschädigt gilt. Ebenso eine schwache Profitabilität der Unternehmen. Die Energie-und Nahrungsmittelpreise hätten Anstiege aufzuweisen, die im Vergleich zu den fundamentalen Gegebenheiten nicht gerechtfertigt erscheinen. Daraus erhöhe sich das Risiko eines zweiten Abrutsches in die Rezession.

Karen Weaver, Chefanalystin der Deutschen Bank, teilt der Öffentlichkeit in einem Interview auf CNN eine wichtige Zahl aus einer hausinternen Prognose mit. Bis 2010 werde bei 48 Prozent der US-Amerikaner, die einen Immobilienkredit aufgenommen haben, der Wert ihres erworbenen Hauses niedriger sein, als die Höhe der Hypothekenschulden. Das nennt sich Überschuldung und ist als Vorbotin eines gehemmten Konsumverhaltens zu behandeln. Für eine Volkswirtschaft, die in sehr hohem Maße vom Konsum aus dem Innland abhängt, ist das kein gutes Szenario. Für 27 Prozent der US-Hypothekenschuldner treffe diese Tatsache jetzt schon zu. 14 Millionen Hausbesitzer müssten somit bereits ein negatives Kapitalvermögen ausweisen. Diese Zahl könne auf 25 Millionen ansteigen.

Doch abwarten. Diese Zahlen entstammen aus einer schwarz angemalten Zukunft. Aktuelle Kreditausfallraten, die Häuserpreise und die monatlichen Zwangsvollstreckungszahlen sind über den Zeitraum der nächsten zwölf Monate regelmäßig zu beobachten.

Dennoch melden sich scharenweise Analysten zu Wort, die das Ende der Krise verkünden. Manche  haben eine “Gezeitenwende” ausgemacht, bei einem Bruch des Baissetrends und Sichtung einer langfristigen Bodenbildung.

Diese Wortmeldungen haben die Eigenschaft bei dem Empfänger als Nachricht verstanden zu werden und nicht als individuelle Prognosen aus der Kristallkugel, die sie sind. Die Börsengemeinde lechzt nach guten Nachrichten und ist dankbar für jedwede optimistische Einschätzung, um endlich auf den fahrenden Bullenzug springen zu können. Die Verunsicherung über das Ende dieser Krise ist groß, und die durch sie hinterlassenen Wunden bei den Anlegern sind tief.

Der Wunsch die eingefahrenen Verluste wieder gut machen zu können, versetzt die Teilnehmern in die Startposition. Viele zögern aber noch. Um sie aus dem Schatten ihrer Angst in den Markt zu locken, ist ein fruchtbarer Boden voller positiven Zukunftsversprechen notwendig.  Diese Maschine ist gerade dabei in gewohnter Weise wieder anzuspringen. Von Ökonomen, Ratingagenturen bis zum kleinsten  Börsenbrief besorgt diese Lieferantenkette das Opium für die Börse; das positive Zukunftsversprechen. Das Gewäsch der Expertengilde hat wieder Hochkonjunktur.

Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr hoch, dass die ersten Experten zurückrudern und verkünden werden, die Erholung werde länger auf sich warten lassen. Die Börsenkurse werden ihnen, wie bisher auch, vorauseilen. So wundert es nicht, dass der KGV des S&P 500 innerhalb der Rallyzeitspanne seit März 2009 von 12 auf 18 gestiegen ist, ohne auf eine entsprechende Umsatz- oder Gewinnerwartung zu fußen.

Prognose

Beachtenswert für die mittelfristige Entwicklung an der Börse ist der Durchschnittsverlauf des DOW Jones Index im Nachwahljahr des US-amerikanischen Präsidentschaftszyklus in der Zeit von 1897 – 2005. Seit 1897 kommt es regelmäßig zu einer Sommerrally, die bis in den August hinein andauert. Anschließend fielen die Kurse in der Vergangenheit um rund 50 % des vorangegangenen Anstieges. Dieses Bild passt auch in der angenommenen psychologischen Lage im DAX, der bekanntlich eine positive Korrelation zum Dow Jones aufweist. Mit jedem steigenden Punkt im DAX setzt sich die kognitive Dissonanz weiter durch. Mit jedem steigenden Punkt werden sich einige Marktteilnehmer von der bärischen Erwartungshaltung lösen, da sie fürchten, ihnen könnten die Felle davon schwimmen.  Der Umkehrungsprozess „von den Bären zu den Bullen“ ist im vollen Gang. So funktioniert die Börse. Dieses massenpsychologische Verhalten wird in der nächsten Zeit sein wieder kehrendes Muster auf eigene Art zeigen.

Doch wenn es soweit ist, dass augenscheinlich das Schlimmste übestanden sein muss, werden die Frühinvestoren zumindest ihre Teilgewinne in trockene Tücher bringen wollen. Bei einer Börsenhausse von 40 % innerhalb von fünf Monaten und das inmitten der “Krise aller Krisen” nur veständlich. Außerdem fehlt im Stimmungsindikator die notwendige übertriebene Panik, die das Ende der “Endzeit” ankündigt. Nicht zu vergessen, dass die Kreditkarten- und die Derivatenblase noch keine wirkliche Unruhe verbreitet haben. Das Platzen der Schuldenblase der öffentlichen Haushalte wird noch etwas warten müssen.

DAX Jahresansicht

DAX-Tageschart von 01.09.2008-01.09.2009

Der DAX Index steht an einem mittelfristigen Entscheidungspunkt. Die Marke bei 5.158 Punkten spielt dabei eine wichige Rolle, eingebunden in zwei möglichen Szenarien.

Der aktuelle Rücksetzer ist bislang nicht viel mehr als ein Pullback an das alte Ausbruchslevel bei 5.177 Punkten. Von hier aus könnte prinzipiell eine weitere Aufwärtswelle starten, wobei nach der extremen Rallye der letzten Monate die Anfälligkeit für größere Abwärtskorrekturen gegeben ist. Oberhalb von 5.158 sind weiterhin Zuwächse bis 6.100-6.200 möglich. Der Bereich zwischen 5232,00 – 5265,00 Punkten liefert somit einen Unterstützungsbereich. Die Kraft der Bulenherde ist nicht zu unterschätzen. Wenn sie sich in Bewegung gesetzt hat, dann finden Kursübertreibungen statt, auch wenn die Indikatoren für längere Zeit in überkauftem Level verweilen.

Es ist aber auch möglich den DAX bärisch zu interpretieren, mit der Annahme, dass er sein finales Top bei 5.575 Punkten gefunden hat. Damit wäre die Rally seit März 2009 beendet. Voraussetzung ist das Unterschreiten der Marke bei 5.158 auf Wochenbasis.

Geduld ist eine sehr wichtige Disziplin an der Börse. Es ist sinnvoll den Markt weiterhin emotionslos zu analysieren und von der Seitenlinie zu beobachten. Das gilt sowohl für bereits Investierte als auch für Anleger, die noch nicht investiert sind. Zweiteren ist mit Nachdruck Nahe zu legen, dass eine steigende Börse vom jetzigen Stand aus das ständige  Risiko einer abrupten Korrektur mit sich trägt und wäre nur noch das Sahnehäubchen innerhalb des steilen Trends seit März 2009. Die nächste große Bewegung zeigt Richtung 4.600 gefolgt von 3.000 Punkten.

Deutsche Bank – WKN: 514000

Börse: Xetra in Euro / Kursstand: 46,54 €

Rückblick: Im Mai 2007 ereicht die Aktie der Deutschen Bank ein Allzeithoch bei 118 €. Im Zuge der der Finanzmarktkrise folgte eine Abwärtsbewegung mit einem Abverkauf bis zu einem Jahrestief im Januar 2009 bei 15,38 €. Seitdem zeigt der Kursverlauf eine steile Erholung des Kurses in einem breiten Kurskanal.

Gelungene Trendwende?

Gelungene Trendwende?

Charttechnischer Ausblick: Die Aktie der Deutschen Bank könnte in den nächsten Tagen noch weitere Gewinne erzielen bis die Kurslücke bei 51 € geschlossen wird. Von hieraus ergeben sich unterschiedliche Szenarien. Entweder fällt der Kurs in Richtung der unteren Begrenzung des bullishen Trendkanals die bei 41 € liegt. Im Bereich von 41 € ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Kursnotierungen wieder anziehen in Richtung der oberen Begrenzung bei 55 – 60 €. Dagegen spricht jedoch der Umstand, dass der Kursverlauf seit Juni 2009 dabei ist, eine rechte Schulter auszubilden, innerhalb einer angenommenen bullishen S-K-S Trendwendeformation im Zeitraum 2008-2009, die aber unterhalb ihrer linken Schulter (Zeitraum von August bis Oktober 2008) hängt. Erfahrungsgemäß treten gelungene bullishe Trendwendemuster dann auf, wenn die rechte Schulter der S-K-S Formation es tatsächlich schafft bis mindestens zur oberen Begrenzung der linken Schulter zu steigen. Der Kurs der Deutsche Bank hätte einen steilen Kursverlauf aufweisen müssen, um erst im Bereich von 67 € oder darüber hinaus eine konolidierende rechte Schulter auszubilden. Das ist aber nicht der Fall.

Eine andere Variante könnte sein, dass die Aktie bis ca. 50 € steigt, und dort eine kurze Konsolidierung einleitet, gefolgt von fallenden Notierungen unter 42,50 Euro auf Wochenschlusskursbasis. Das würde das Ende des steilen Aufwärtstrends bedeuten. Dabei könnte sich einige Anleger gezwungen sehen, ihre Position zu schließen, was dann zu Abgaben in Richtung 32,50 Euro führen könnte. Sollte diese Szenario eintreten, würde sich im charttechnischen Kursverlauf eine bärische S-K-S Formation ausbilden, die als Trendwendeformation zu verstehen ist. Fallende Kurse wären dann zu erwarten. Für diese Variante sprechen die zu beobachtenden Divergenzen der Indikatoren (Volumen, Momentum und MACD) im Vergleich zur Kursbewegung. Das ist negativ zu werten für die weitere Entwicklung des Titels.

Kurslücke bei 51 €wird geschlossen, und dann?

Kurslücke bei 51 € wird geschlossen, und dann?

Bankenkrise: Eine zweite Welle schlechter Nachrichten innerhalb der noch nicht beendeten Bankenkrise könnte zu einem erneuten Kahlschlag im Kurs der Deutschen Bank verursachen. Neue Belastungen durch Kreditausfälle, ausgelöst durch eine Zunahme von Unternehmenspleiten und Privatinsolvenzen kommen auf die Institute zu. Darin ist man sich in der Branche einig. Gegen schlechte Zeiten mit drohenden Kreditausfälle rüsten sich die Banken mit Rückstellungen und Sicherheiten in Rekordhöhe.

Zur Vorsicht mahnen auch die Insiderverkäufe bei der Deutschen Bank. Top-Manager der Bank stoßen auch im August weiterhin große Aktienpakete des eigenen Unternehmens ab. Wären diese Herren davon überzeugt, dass sie ihre Aktien zu einem höheren Kurs loswerden könnten, würden sie nicht zu diesem Zeitpunkt verkaufen.

Quelle Deutsche Bank - Liste Insiderverkäufe

Quelle: Deutsche Bank - Liste Insiderverkäufe

Fazit: Der DAX befindet sich an einem zentralen Widerstand bei 5.500 Punkten und der S&P 500 Index unter der sehr wichtigen Marke bei 1.010 Punkten. Es fällt auf, dass der Bankensektor in den USA eine positive technische Stärke aufweist. Wenn dieser Index auch weiterhin Zugpferdqualitäten zeigt, darf davon ausgegangen werden, dass auch europäische Banktitel mitziehen werden und die erwähnten Indizes ihre bisherigen Höchstmarken überwinden werden. Die Kursbewegungen an den asiatischen Börsen, insbesondere China, sollten auch unter engen Beobachtung stehen.

Es bleibt abzuwarten, ob der Titel es schafft auf Wochenschlusskursbasis die Marke von 52 € zu überwinden. Wer auf fallende Kurse setzen möchte – z.B. durch Zertifikate -, der sollte den Bruch der Unterstützung bei 41 € im Auge behalten.

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